Der Rundbau heißt Josefi-Kapelle, der Anbau (mit Totentanz) ist die Anna-Kapelle.

Das ehrwürdigste Bauwerk Rodings ist die Josefikapelle. Diese Rundkapelle (Rotunde, Zentralbau) war ursprünglich eingeschossig und die Taufkapelle der Rodinger Urkirche des 7./8. Jahrhunderts. Der ursprüngliche Patron war damals Johannes der Täufer. Im später aufgesetzten Obergeschoss befinden sich Fresken des 13./14. Jahrhunderts (Romanik und Gotik) in der Fresco-secco-Technik: Sie zeigen Heilige (Pankratius, Johannes, Gallus, Margarete, Katharina), die Apostelmartyrien (Petrus, Johannes, Andreas, Jakobus d.Ä. und Bartholomäus) und Johannes den Täufer.

Der hl. Georg kämpft mit dem Drachen, der übergroße hl. Christophorus (kaum mehr erkennbar, links vom Apsisfenster) soll uns vor einem überraschenden Tod bewahren. Links davon der hl. Primus darunter die Apostel Petrus und Andreas beim Fischfang, rechts vom Christophorus die Taufe im Jordan.

Das rechte Fresko über den Apostelmartyrien scheint der hl. Pankratius zu sein, der auch als Ritterheiliger verehrt wurde. (Das Fresko links daneben ist schwer zu deuten). Der hl. Pankratius, der also zweimal dargestellt ist, dessen Reliquien Kaiser Arnulf 896 der Rodinger Kirche schenkte, ist heute der Pfarrpatron, der hl. Gallus rückte an die zweite Stelle.

Die Annakapelle, die um 1650 einen Vorgängerbau ablöste, ist an die alte Friedhofsmauer angebaut. An dieser Mauer befindet sich das berühmte Rodinger Totentanzfresko, das wohl nach einer älteren Vorlage eben um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstand. Im Gegensatz zu anderen Totentanzdarstellungen (Basel, Füssen, Straubing, Wondreb), wo immer der Tod einen einzelnen holt (dargestellt in „Paarbildern“), ist es in Roding ein Reigentanz (Schreittanz). Gerippe gehen im Tanz mit, der die Ständegesellschaft darstellt: Papst, König, Herzog, bis hinunter zum Bürger. Diejenigen, die damals als außerhalb dieser Ständegesellschaft stehend angesehen wurden, sind in der oberen Bildhälfte dargestellt. „Arm und Reich (...) alles gleich“, kann man im Schriftband unter dem Fresko noch entziffern. Der Totentanz will zeigen, dass wir alle dem Tod ausgeliefert sind. Es kann auch eine Kritik an der damaligen Gesellschaftsordnung sein, aber doch eher eine Mahnung vor einem plötzlichen und unvorbereiteten Tod. Die beiden Kirchen in der rechten oberen Ecke des Freskos stellen wohl die alte Pfalz- (oder Königshof-) kapelle St. Pankratius und die Pfarrkirche St. Gallus dar, die einmal östlich hinter dieser Freskomauer standen.

Rechts vom Totentanz sehen Sie das Fresko "Jüngstes Gericht". Vorlage war das Bild von Christoph Schwarz (1545 - 1592). Inzwischen wurden beide Fresken aufwändig restauriert.
In der Nische im Süden befindet sich die Alabasterfigur der Unbefleckten Empfängnis (Immakulata) des Andreas Faistenberger (1700).