News aus der Stadt Roding
Mit Notgroschen Schule gebaut
Erste Schulbildung in Roding – nur für Buben
1580 wird erstmals von einer Rodinger Schule nur für Buben berichtet. Eine Schule für Mädchen gab es damals noch nicht. Mit dem Bau einer Mädchenschule neben der Pfarrkirche wurde 1855 begonnen und 1862 vollendet. Den Unterricht übernahm der Orden der Armen Schulschwestern. Das Mädchenschulhaus erhielt einen gesonderten Übergang vom ersten Stock des Klosters zum Oratorium der Kirche (Man wollte den Schwestern nicht zumuten, sich zwischen den vielen jungen Männern durchzwängen zu müssen, die an Sonn- und Feiertagen bei der Kirchentüre standen)
Baufälligkeit des Mädchenschulhauses und Sperrung (1955)
Das Landratsamt Roding stellte bei einer Besichtigung des Mädchenschulhauses im Herbst 1955 fest, dass die Decke zwischen Erd- und ersten Obergeschoss derartig morsch sei, dass sie einzustürzen drohe. Diesen Sachverhalt teilte das Landratsamt der Stadt Roding mit Schreiben vom 25. Oktober 1955 mit und untersagte eine weitere Benutzung des im Untergeschoss liegenden Schulsaales.
Entscheidung für einen Neubau der Mädchenschule
Auf Grund des schlechten baulichen Zustands des Schulgebäudes wurde beschlossen, eine neue Mädchenschule zu bauen. Die Baukosten sollten sich laut Finanzierungsplan des Stadtrates auf rund 550.000,--DM belaufen (Im Vergleich zu den jetzigen Kosten eines Schulhausneubaus „Peanuts“).
Finanzierung durch eine kommunale Sonderabgabe („Notgroschen“)
Da die Stadt aber selbst bei der Finanzierung dieser Summe Schwierigkeiten hatte, genehmigte der Stadtrat in seiner Sitzung vom 18.06.1956 eine Satzung „Über die Erhebung eines Notgroschens“ auf Grund Art. 1 des Gemeindeabgabengesetzes vom 20. Juli 1938. Damit sollte auf die Eintrittspreise aller vergnügungssteuerpflichtigen Veranstaltungen in Roding ein Notgroschen den Eintrittspreisen zugeschlagen werden. Der Erlös aus dieser zusätzlichen Steuer sollte zum Schulhausbau verwendet werden („Not macht erfinderisch“).
