News aus der Stadt Roding
Marianus Königsperger Rodings musikalisches Erbe
Geburt und frühe Jahre im Kloster Prüfening
Am 04.12.1708 wurde er in Roding 162 (jetzt Chamer Straße 15) als Sohn des Bürgerl. Flauttenmachers und Fagottpfeifers Andreas Königsperger und seiner Ehefrau Elisabeth geboren und auf Johann Erhard getauft. „Damit er die Dinge dieser Welt nicht erst verlasse", so heißt es in dem Nachruf des Benediktienerklosters Prüfening, „sondern sie gar nicht kennenlerne, wurde er von den Eltern, sobald es das Alter erlaubte, nach Prüfening geschickt, wo er die Grundlagen der Wissenschaften und der Musik, vor allem aber der Frömmigkeit sich anzueignen begann…" Sein besonderes Musiktalent ließ ihn auf das Theologiestudium verzichten und fortan als Laienbruder dem Kloster dienen.
Am 25.03.1734 legte Königsperger die Ordensgelübte ab und führte den Namen „Marianus".
Meister der geistlichen Musik
Sein musikalisches Schaffen brachte dem Kloster Prüfening den Ruf einer weithin bekannten Pflegestätte der Kunst ein. Seine Werke wurden sogar im Ausland bekannt, wo heute noch ein großer Teil in Bibliotheken und Museen zu finden ist. Königsperger komponierte u.a. 50 Messen, 34 Offertorien, 5 Requien, 12 Vespern, 18 Litaneien, 8 Stabat Mater und 48 geistliche Arien und Kantaten.
Marianus Königsperger war der bedeutendste altbayerische Klosterkomponist der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Vielen Zeitgenossen, auch in Österreich und in der Schweiz, galt er als Vorbild und Ideal. Selbst in den frühen kirchenmusikalischen Werken von Wolfgang Amadeus Mozart lassen sich Einflüsse von Königsperger nachweisen.
Ein Leben in Armut und Dienstbarkeit
Von den Einkünften aus dem Verkauf der Kompositionen ließ Marianus Königsperger u.a. Werke für die Klosterbibliothek ankaufen, die große Orgel renovieren und eine neue Chororgel bauen.
Das Gelübte der Armut hielt er so streng, dass er nichts Überflüssiges, nichts was mit dieser Tugend unvereinbar gewesen wäre, in seiner Zelle verwahrte.
Am 09.12.1769 verstarb Marianus Königsperger an einem Wassersuchtleiden.
Gedenken und Ehrungen in der Heimatstadt
Im Jahre 1951 hat der Rodinger Stadtrat in anerkennenswerter Weise den Bereich östlich der Stadtpfarrkirche zwischen der Schulstraße und dem Paradeplatz in „Königsperger Straße" umbenannt.
Am 07. Dezember 1958 feierte Roding den 250. Geburtstag seines bedeutenden Sohnes. Die Anwesenheit des Abtes Emmeran Gilg aus der Abtei St. Georg in Weltenburg und von weiteren Patres aus den Benediktinerklöster Metten und Niederalteich unterstrich die Bedeutung dieser Gedenkfeier, die unter der Schirmherrschaft des Landrates Franz Sackmann stand. Der Bayerische Rundfunk berichtete in einer zwanzigminütigen Sendung über diese Veranstaltung.
Bereits am 04. Dezember 1958 wurde beim Geburtshaus des großen Meisters eine Gedenktafel angebracht, wobei spätere Lokalforschungen Ende der 90er Jahre jedoch ergaben, dass nicht das sogenannte „Aumer"-Haus in der Chamer Straße das Geburtshaus von Marianus Königsperger war, sondern das zwei weitere Häuser entfernte sogenannte „Seeberger"- Haus.
Roding – Stadt der Instrumentenbauer
Roding hatte im Mittelalter einen guten Ruf als Stadt der Instrumentenbauer. Dazu trug insbesondere die Familie Königsperger bei. Aus der Werkstatt dieser Familie stammte neben vielen Blasinstrumenten ein Fagott, das die Stadt Roding im Jahre 1998 erwerben konnte.
Anlässlich des 300. Geburtstag Königspergers wurden im Jahre 2008 einige Festkonzerte in der Stadtpfarrkirche Roding, am Heilbrünnl und in der Klosterkirche Strahlfeld veranstaltet. In einer abendlichen Feierstunde wurde am 14. Dezember 2008 in der Rodinger Stadthalle abschließend das Lebenswerk des Komponisten in einem Vortrag von Hermann Arnold gewürdigt.
