News aus der Stadt Roding
70 Jahre Bundeswehr
Bundeswehr von 12.11.1955 bis 12.11.2025
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es aufgrund der negativen Erfahrungen mit dem Militarismus in Deutschland zunächst Widerstände gegen die Gründung neuer deutscher Streitkräfte – sowohl von Seiten der Besatzungsmächte als auch von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung.
In den folgenden Jahren rückte aber zunehmend der Kalte Krieg in den Fokus des politischen Lebens und die Stimmen nahmen zu, die eine Bewaffnung der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland forderten. Von Anfang an war die Bundeswehr als eine Armee im internationalen Kontext geplant gewesen. Somit sollte ein Alleingang der Bundesrepublik Deutschland grundsätzlich verhindert werden. Der spätere Bundeskanzler Adenauer sprach bereits im März 1949 vom Beitritt Deutschlands zur NATO als einer vordringlichen Aufgabe einer deutschen Bundesregierung. Am 03. Oktober 1954 trat die Bundesrepublik im Rahmen der „Londoner Akte“ der NATO bei.
Die Bundesdeutsche Wehrmacht
Im Folgenden begann der Aufbau der Bundeswehr, die allerdings noch keinen Namen trug und in zeitgenössischen Dokumenten als „bundesdeutsche Wehrmacht“ bezeichnet wurde. Erster Verteidigungsminister war Theodor Blank. Am 15. und 16. Juli 1955 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Freiwilligengesetz, das die Einstellung von 6.000 Freiwilligen in die Bundeswehr gestattete. Bis zum 01. August 1955 meldeten sich 150.000 Bürger freiwillig zur Bundeswehr. Es wurde in den folgenden Jahren ein Reservisten- und Wehrpflichtsystem geschaffen.
Die Geburtsstunde der Bundeswehr
Am 12. November 1955 erhielten die ersten Soldaten ihre Ernennungsurkunden in der Bonner Ermekeilkaserne. Dieser Tag gilt als die Geburtsstunde der Bundeswehr. Bei der Verabschiedung des Soldatengesetzes stimmte die Mehrheit der Abgeordneten am 22. Februar 1956 dafür, die neuen Streitkräfte „Bundeswehr“ zu nennen.
Besonders problematisch in den Anfangsjahren der Bundeswehr war die Einstellung neuer Offiziere höherer Dienstgrade. Eine „saubere“ Besetzung dieser Posten war kaum möglich, da nahezu alle militärisch vorgebildeten Bürger eine belastete Vergangenheit während der nationalsozialistischen Diktatur hatten, solche Personen aber zur Schaffung einer Führungsstruktur unbedingt notwendig waren. Um das Risiko zu minimieren, die „falschen“ Soldaten einzustellen, wurden alle Offiziere vom Oberst aufwärts durch einen Personalgutachterausschuss überprüft.
(Freiwillige) Wehrpflicht
Schon vor der Gründung der Bundeswehr wurde ein Wehrpflichtsystem vorgeschlagen, da nur so eine angemessene Truppenstärke erreicht werden könne. Die gesetzliche Dauer des Grundwehrdienstes änderte sich mehrfach. Sie betrug anfangs 12 Monate, wechselte dann auf 15, 18, 12, 10, 9 und 6 Monate und seit 01. März 2011 gibt nur es nur noch Freiwillige, was sich möglicherweise in Zukunft wieder ändern könnte.
Am 19. Februar 1975 stimmte das Bundeskabinett dem Vorschlag des damaligen Verteidigungsministers Georg Leber zu, approbierte Ärztinnen, Zahnärztinnen, Tierärztinnen und Apothekerinnen als Sanitätsoffiziere in der Bundeswehr einzustellen. Seit 2001 sind alle Laufbahnen der Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen geöffnet.
Bundeswehr in Roding
30. Jahrestag der Gründung der Bundeswehr (12. November 1985) wurde in Roding gebührend gefeiert. Es begann mit einem ökumenischen Standortgottesdienst in der Stadtpfarrkirche um 09.30 Uhr. Anschließend marschierten die Soldaten durch die Stadt; Bürgermeister Eduard Bäumel nahm mit dem Standortältesten Oberstleutnant von Mirbach die Parade vor dem Rathaus ab. Um 11 Uhr schloss sich auf dem Antreteplatz der Arnulf-Kaserne ein feierlicher Appell an. Von 20 bis 21.30 Uhr spielte am Abend im Speisesaal der Arnulf-kaserne das Heeresmusikkorps 4 aus Regensburg und den ganzen Tag lief der Verkauf von Sonderbriefmarken beim Informationsstand am Rathaus.
