News aus der Stadt Roding
Rodinger Musikverein besteht seit 105 Jahren
Es begann alles am 28. November 1920. „Zwecks Besprechung und Beratung über Gründung eines Musik-Vereins“ trafen sich der Schreinermeister Michael Schwarzfischer, der Schuhmachermeister Rupert Maier, der Oberwachtmeister Meyer und die Herren Norbert Stuiber, Johann Kleas und Englbert Ippisch im Gasthaus Blümelhuber. Diese Initiative führte bereits wenige Tage später, nämlich am 3. Dezember 1920, zur Gründung des Vereins. Erster Vorstand und Dirigent wurde Rupert Maier, und fortan traf man sich jeden Freitag im Blümlhubersaal zum Proben.
Schon im Januar 1921 trat man im Rahmen einer „Gedächtnisfeier zur 50jährigen Reichsgründung“ zum ersten Mal öffentlich auf. Noch im selben Jahr fanden zwei weitere Konzerte statt, deren Repertoire vornehmlich aus Unterhaltungsmusik der damaligen Zeit bestand und dementsprechend begeistert vom Publikum aufgenommen wurde. Nachdem in der Generalversammlung vom 30. Dezember 1922 Rupert Maier als 1. Dirigent die Leitung des Orchesters und Dr. Norbert Breu als 2. Dirigent die inzwischen ebenfalls angelaufene Gesangs- und Theaterausbildung übernommen hatten, trat der Verein ab 1924 regelmäßig mit Theater- und Operettenaufführungen an die Öffentlichkeit. Zugstücke waren Produktionen wie „Winzerliesl“, „Holledauer Fidel“, „Waldvögelein“ und „Strandmädel“, alles musikalische Leichtgewichte, die damals sehr beliebt waren, heute aber längst vergessen sind.
Jäh wurden diese Aktivitäten unterbrochen, als der Verein am 21. Januar 1934 als Folge der Gleichschaltungsmanie der Nazis sich auflösen musste.
Nach dem zweiten Weltkrieg ging es weiter
Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches dauerte es danach verständlicherweise einige Jahre, ehe der Verein im Mai 1950 wieder zu neuem Leben erweckt wurde. Es war Hans Polzer zu verdanken, der als Heimatvertriebener (er hatte in Roding ein neues Zuhause gefunden) Gleichgesinnte um sich sammelte, mit denen er am 3. Dezember des gleichen Jahres im Greinersaal das erste Orchesterkonzert der Nachkriegszeit veranstaltete. Siebenmal führte man Carl Zellers unvergänglichen „Vogelhändler“ auf. Das Niveau der Aufführung wurde deutlich angehoben mit dem Ziel, sich mehr in Richtung „klassische Musik“ zu bewegen.
Ein anderer Umstand, der diese Produktion so bemerkenswert machte, ist die Tatsache, dass es sich dabei um ein Gemeinschaftswerk von Gesangverein und Musikverein handelte. Zwar trennten sich in der Folgezeit die Wege, aber es gibt dennoch bis heute eine erfolgreiche Zusammenarbeit beider Vereine. Jüngste Beispiele werden gemeinsam veranstaltet:
- Großes Jubiläumskonzert am Heilbrünnl im Sommer 2025
- Musik- und Gesangverein anlässlich zu 105 Jahre Musikverein
- 100 Gesangverein
- 30 Jahre Heilbrünnl-Konzerte
Johann Häusler ist inzwischen Dirigent von Musik- und Gesangverein. Mögen beide Vereine zum Wohl des kulturellen Lebens in der Stadt Roding noch lange aktiv bleiben.

