Das Kulturfest der Oberpfälzer - der 45. bayerische Nordgautag
Das Motto: Stadt-Land-Regen
Stadt, Land, Fluss? In Roding heißt es: Stadt-Land-Regen! Der Nordgautag in Roding greift ein Motto auf, das ebenso spielerisch wie tiefgründig ist: „Stadt-Land-Regen“. Angelehnt an den Spieleklassiker, spiegelt dieser Leitspruch die einzigartige Identität der Region wider.
Stadt & Land: Als flächenmäßig größte Stadt im Landkreis Cham vereint Roding städtisches Flair mit tiefer ländlicher Verwurzelung. Mit beeindruckenden 90 Ortsteilen ist die Stadt das perfekte Beispiel für ein harmonisches Miteinander von Zentrum und Natur.
Der Regen: Er ist der Namensgeber und die Lebensader. Historisch gesehen war der Fluss entscheidend für die Ansiedlung. Heute ist er ein verbindendes Element für die Stadt und die Kultur der Rodinger.
Wie bei jedem Kulturfest führt der Oberpfälzer Kulturbund gemeinsam mit der Stadt vorab einen Schülerwettbewerb durch, dessen Gewinnerbild das Motiv der Veranstaltung prägen soll. Das Motiv fängt das Motto „Stadt-Land-Regen“ auf eine erfrischend abstrakte Art und Weise ein. Es vereint die markanten Wahrzeichen Rodings zu einem harmonischen Gesamtbild: Die charakteristische Eisenbrücke über den Fluss Regen und der stolze Kirchturm. Die Flussbühne, die sanft im Fluss eingebettet ist.
Durch die künstlerische Abstraktion wirkt das Motiv dynamisch und modern – ein klares Signal, dass Roding lebendig ist und sich stetig weiterentwickelt. Dieses Kunstwerk bildet den perfekten Rahmen für ein Kulturfest, das so bunt und breit gefächert ist wie die Stadt.
Festschrift zum 45. Nordgautag vorgestellt
Mit der offiziellen Vorstellung der Festschrift erhielt der 45. Nordgautag ein bleibendes Erinnerungswerk. In der Fronfeste präsentierte der Oberpfälzer Kulturbund gemeinsam mit den Verantwortlichen die 264 Seiten umfassende Publikation, die mit mehr als 45 Beiträgen ein eindrucksvolles Bild der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Rodings sowie der gesamten Region zeichnet.
Unter der Schriftleitung von Manfred Knedlik entstand über mehr als ein Jahr hinweg ein Werk, an dem zahlreiche Autorinnen und Autoren aus der Region sowie überregional bekannte Fachleute mitwirkten. Die Beiträge beleuchten historische Ereignisse, Kultur, Vereinsleben, Sprache, Kirche und bedeutende Persönlichkeiten und laden dazu ein, die Heimat aus unterschiedlichen Blickwinkeln neu zu entdecken.
Gerhard Schiechel, Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, bezeichnete die Festschrift als einen wichtigen Bestandteil jedes Nordgautags und als wertvolle Dokumentation regionaler Kulturgeschichte. Sie bewahrt Erinnerungen, schließt heimatgeschichtliche Lücken und macht die kulturelle Vielfalt der Oberpfalz für kommende Generationen erlebbar.
Mit ihrer Vielfalt an Themen und Perspektiven ist die Festschrift weit mehr als eine Begleitpublikation zum Nordgautag – sie ist ein nachhaltiges Zeugnis der kulturellen Identität Rodings und der gesamten Region und bleibt auch über das Kulturfest hinaus ein wertvoller Beitrag zur Heimatgeschichte.
Feierlicher Auftakt des 45. Nordgautags in Roding
Mit einem festlichen Eröffnungsabend in der Stadthalle Roding begann am Donnerstag, den 16.07.2026 der 45. Nordgautag in Roding. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kultur, Kirche und Gesellschaft kamen zusammen, um den offiziellen Start des viertägigen Kulturfestes der Oberpfalz zu feiern.
Unter den Gästen befanden sich unter anderem Regierungspräsident Walter Jonas, Landrat Christian Schindler, die Landtagsabgeordneten Gerhard Hopp und Julian Preidl sowie Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl. Begrüßt wurden die Gäste von Bürgermeisterin Alexandra Riedl und dem Präsidenten des Oberpfälzer Kulturbundes, Gerhard Schiechel. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Stadtkapelle Roding.
In ihren Grußworten hoben die Redner die kulturelle Vielfalt der Oberpfalz, die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements und die Rolle des Nordgautags als bedeutendes Kulturfest der Region hervor. Ein besonderer Dank galt der Stadt Roding und den vielen Helferinnen und Helfern, die mit großem Einsatz ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt haben.
Ein Höhepunkt des Abends war die feierliche Übergabe der Nordgau-Stele. Thomas Weiß, Zweiter Bürgermeister der bisherigen Austragungsstadt Grafenwöhr, überreichte das Symbol des Nordgautags an Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Mit dieser symbolischen Staffelübergabe ging die Gastgeberrolle offiziell an Roding über und markierte den Beginn eines Kulturfestes, das vier Tage lang die gesamte Stadt und ihre Ortsteile mit Musik, Kunst, Brauchtum und Begegnung erfüllte.
Der feierliche Festakt machte eindrucksvoll deutlich, wofür der Nordgautag steht: für gelebte Kultur, Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Oberpfalz – Werte, die Roding als Gastgeber mit großer Leidenschaft präsentiert hat.
Abwechslungsreiches Programm
Rund 90 Veranstaltungen an 25 Orten – hinter diesen Zahlen steckt ein Programm, das kaum einen Bereich der Oberpfälzer Kultur ausließ. Musik in allen Facetten, von der Tanzlmusi über sinfonische Blasmusik bis zu Bluesrock und DJ-Beats. Kunst und Handwerk, von Keramik, Drechselarbeiten und Goldschmiedekunst bis zu Fotoausstellungen und Punktmalerei. Dazu Führungen durch Industriedenkmäler, Kirchen, Burgen und Wirtshausgeschichte, Lesungen für kleine und große Spürnasen, Theater, Vorträge und Sport vom Schafkopfkurs über das Bogenschießen bis zum Gerümpelturnier. Ob Kindergartenkind beim Mitmachkonzert, Jugendliche am Graffiti-Workshop oder Frühaufsteher beim Morgentanz auf der Flussbühne: Für jedes Alter und jeden Geschmack war etwas dabei.
Getragen vom Engagement der Vielen
Was dieses Programm möglich machte, war der Einsatz derer, die es gestalteten. Vereine öffneten ihre Türen und Plätze, bewirteten, führten, organisierten Turniere und bauten Spielstationen auf. Künstlerinnen und Kunsthandwerker teilten ihr Können und ihre Geschichten. Ehrenamtliche führten durch Kirchen, Museen und die Stadtgeschichte, die Wasserwacht setzte mit dem Fackelschwimmen einen leuchtenden Akzent, und im Pfarrheim gestalteten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ein großes Fliesen-Kunstwerk. Bis zum letzten Moment wurde etwa im Platzerstadel gewerkelt, um den Besuchern zu zeigen, was aus dem einstigen Schandfleck geworden ist. Dieses Miteinander war die eigentliche Stärke des Festes: Nicht ein Programm von der Stange, sondern eines, das aus der Mitte der Stadt und ihrer Menschen kam.
Feierliche Verleihung der Nordgau-Preise
Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Verleihung der Nordgau-Preise des Oberpfälzer Kulturbundes in der Stadtpfarrkirche St. Pankratius. Im festlichen Rahmen wurden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um Kultur, Musik und Heimatpflege in der Oberpfalz verdient gemacht haben.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderem Bayerns Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landrat Christian Schindler, Bürgermeisterin Alexandra Riedl sowie der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Gerhard Schiechel. Gemeinsam würdigten sie die Bedeutung des kulturellen Engagements und die Menschen, die mit ihrem Einsatz das kulturelle Leben in der Region prägen.
Mit dem Nordgau-Preis wurden die Künstlerin Maria Maier aus Amberg, die Musikerin Katja Stuber sowie Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, langjährige Kulturreferentin des Landkreises Cham, für ihre herausragenden Verdienste ausgezeichnet. In ihren Ansprachen wurde deutlich, dass Kultur weit mehr ist als Tradition – sie schafft Identität, verbindet Generationen und lebt vom Engagement vieler Ehrenamtlicher und Kulturschaffender.
Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Hubert Velten Vokalensemble unter der Leitung von Regionaldekan Holger Kruschina. Im Anschluss lud Landrat Christian Schindler die Gäste zu einem Empfang am Kirchplatz ein, bei dem der festliche Nachmittag in geselliger Atmosphäre ausklang.
Festwagen der Stadt Roding
Ein besonderes Highlight des Festumzugs wird der neue Festwagen der Stadt Roding. Er feiert beim diesjährigen Kulturfest seine Premiere und wird auch in Zukunft als Botschafter für die Stadt bei weiteren Festen im Einsatz sein. Für die Gestaltung holte sich die Stadt professionelle Unterstützung durch das Architekturbüro quadrat45°.
Architekt Florian Brunner und sein kreatives Team haben den „Spirit“ der Veranstaltung eingefangen und in ein ausdrucksstarkes Design übersetzt. Dabei basiert der Entwurf auf einem echten Original Rodinger Geschichte: Der Festwirt des Volksfestes, Stefan Fichtl, stellt für diesen Zweck seinen Oldtimer-Mercedes-Transporter zur Verfügung. So trifft historische Fahrzeuggeschichte auf zeitgemäßes Design.
Leitmotiv „Stadt-Land-Regen“ plastisch zum Leben erweckt. Die Zeichnung des Schülerentwurfs von Leonidas Lautenschlager wurde hierfür aufgelöst und in eine dreidimensionale Form gebracht. Rodings Innenstadt und die markante Regen-Reibn bilden den Sockel, gedruckt auf aufgefaltete Schräge Ebenen, die auch aus Fußgängerperspektive einen guten Blick auf das Motiv ermöglichen.
Markante Silhouette: Der Kirchturm und die Häuserfronten ragen senkrecht empor und geben dem Wagen eine beeindruckende Tiefe.
Hoher Besuch: Gekrönt wird der Wagen vom Ritter aus dem Rodinger Stadtwappen. Er hat es sich auf dem Gefährt gemütlich gemacht und begrüßt – ganz nach alter Sitte – die Zuschauer am Straßenrand. Dazu macht er es sich an mehreren Stellen des Lasters gemütlich und wirkt mit seinem hölzernen Körper und dem locker angeordneten Roding-Schriftzug wie der ‚Regent einer überdimensionalen, fahrenden Spielzeugkiste‘
Ein Festumzug als krönender Abschluss
Am Sonntag erreichte das Kulturfest sein großes Finale: Rund 1.800 Teilnehmer zogen beim Festumzug von Mitterdorf über die Regenbrücke durch die Rodinger Innenstadt – ein farbenprächtiges Bild aus Trachten, Musikkapellen und Vereinen, das den Zusammenhalt der Region eindrucksvoll sichtbar machte. Am Esper klang das Fest mit den Trachtenkapellen und kulinarischer Vielfalt aus.













